Viele Menschen stoßen bei der Suche nach einem günstigen Gebrauchtwagen auf den Begriff „Post Auto“. Gemeint sind Fahrzeuge, die zuvor im Besitz der Deutschen Post oder anderer Paketdienste waren. Diese Transporter und Kleinwagen werden nach mehreren Jahren Einsatz ausgemustert und gelangen auf den Gebrauchtwagenmarkt. Für Käufer können sie eine preiswerte Alternative sein – vorausgesetzt, man weiß, worauf es ankommt.

Welche Fahrzeuge zählen als Post Auto?

Der Fuhrpark der Post besteht überwiegend aus Transportern und Lieferwagen, die speziell für den täglichen Zustelldienst ausgelegt sind. Dazu gehören häufig:

  • Mercedes-Benz Sprinter oder VW Crafter für größere Touren,
  • VW Caddy, Renault Kangoo oder Opel Combo als kompakte Stadtfahrzeuge,
  • Spezialumbauten mit Regalsystemen oder Schiebetüren für die schnelle Zustellung.

Auch kleinere Pkw können als Postauto in Umlauf kommen, sind jedoch seltener.

Vorteile beim Kauf eines Post Autos

Der Reiz, ein ehemaliges Postfahrzeug zu erwerben, liegt auf der Hand:

  1. Niedriger Einstiegspreis – Da die Fahrzeuge nach dem Ende ihrer Nutzung nicht im Unternehmen bleiben, werden sie zu attraktiven Preisen weitergegeben.
  2. Zuverlässige Technik – Postautos stammen fast immer von namhaften Herstellern und sind auf Langlebigkeit ausgelegt.
  3. Regelmäßige Wartung – Flottenfahrzeuge werden nach festen Intervallen geprüft und repariert, was für Käufer ein Pluspunkt ist.
  4. Hoher Nutzwert – Durch viel Stauraum und robuste Bauweise sind sie vielseitig einsetzbar.

Mögliche Nachteile

Trotz der Vorteile sollte man sich bewusst sein, dass ein Post Auto nicht mit einem typischen Privatfahrzeug vergleichbar ist:

  • Hohe Kilometerstände: Ein täglicher Einsatz führt oft zu 30.000 bis 50.000 km pro Jahr.
  • Abnutzung durch Kurzstrecken: Viele Stopps pro Tag belasten Motor, Kupplung und Bremsen.
  • Schlichter Komfort: Extras wie Klimaanlage, Einparkhilfe oder Infotainment fehlen meist.
  • Optische Spuren: Dellen, Kratzer oder Lackschäden sind bei Postautos fast unvermeidlich.

Worauf Käufer achten sollten

Wenn man ein Post Auto kaufen möchte, ist eine gründliche Prüfung Pflicht. Dazu gehören:

  • Fahrzeughistorie kontrollieren: Sind alle Wartungen dokumentiert?
  • Technischer Zustand: Vor allem Kupplung, Bremsen und Getriebe genau prüfen.
  • Roststellen und Lackschäden: Besonders an Türen und Schwellern.
  • Innenraumzustand: Sitze, Türgriffe und Ladeflächen sind oft stark beansprucht.
  • Preisvergleich: Den günstigen Kaufpreis immer in Relation zu möglichen Reparaturkosten setzen.

Ein unabhängiger Gutachter kann helfen, das Risiko zu minimieren.

Bezugsquellen für Post Autos

Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein Post Auto zu erwerben:

  • Direkte Auktionen von Post und Paketdiensten, oft über spezialisierte Plattformen.
  • Gebrauchtwagenhändler, die sich auf Flottenfahrzeuge spezialisiert haben.
  • Online-Portale wie mobile.de oder autoscout24, wo ehemalige Dienstfahrzeuge angeboten werden.
  • Private Verkäufer, die das Auto ursprünglich selbst von der Post übernommen haben.

Für wen eignet sich der Kauf?

Ein Post Auto ist vor allem für praktisch orientierte Käufer interessant:

  • Kleinunternehmer, die einen günstigen Transporter für ihre Arbeit suchen.
  • Handwerker, die viel Stauraum benötigen.
  • Privatpersonen, die ein zuverlässiges Fahrzeug für Transporte oder Umzüge brauchen.

Für Fahrer, die Wert auf Komfort, modernes Design oder geringe Laufleistung legen, ist ein Post Auto hingegen weniger geeignet.

Fazit

Ein Post Auto zu kaufen kann eine lohnende Entscheidung sein, wenn man ein robustes und preiswertes Fahrzeug benötigt. Allerdings sollte man die spezifischen Eigenheiten solcher Gebrauchtwagen kennen: hohe Laufleistung, sichtbare Gebrauchsspuren und eine oft einfache Ausstattung. Wer diese Punkte berücksichtigt und das Fahrzeug sorgfältig prüft, kann im Gegenzug ein echtes Preis-Leistungs-Schnäppchen machen – ideal für Alltag, Beruf oder Freizeit.